Die erste Woche ist um, umgezogen bin ich schon das erste Mal und befinde mich nun in
Koreatown, bzw.
Yorkville oder
Midtown Torontos, nachdem ich die ersten Tage bei Simone's lieblicher Familie in Newmarket, 2Stunden entfernt verbrachte und verwoehnt wurde.
Das Wetter ist dermassen durchwachsen, erst 50cm Schnee, dann Sonne, dann Regen, dann Eis, dann (man) Tau, gestern mitunter die krassesten Windboeen meines derzeitigen Bewusstseins und heute strahlender Sonnenschein, der meine Regenjacke erstmal unter dem Arm eingeklemmt werden liess. Ich erkundete Chinatown noch etwas mehr, Kensington Market (Shoppingshoppingshopping, aber Geld ging nur fuer Kaffee drauf) und huete mich noch immer vor dem touristisieren, dh. habe ich noch KEINE Galerie (okay, weiter als ein 1m hinter der Tuer) betreten, KEINE Sonnenbrille gekauft (ich haette ja gern, ich trau mir aber diesen Urban Trash-chique noch nicht ganz zu) und ueberhaupt mich bisher nur in The 2nd Cup, Starbucks und (ja, einmal, leider) zu Tim Hortons verirrt. Aber Tourist sein ist auch wieder toll, zum Beispiel bei schmierigen, aber sehr guten BBQBuns im St Lawrencemarket, der Vorfreude auf die Toronto Island oder dem Besuch der Niagara Falls letztes Wochenende. Naechstes Wochenende wollen wir (die derzeitige WG mit der liebreizenden Rebecca und der tollen Elena) zum Maple Syrup Festival Richtung Deutschenhochburg
Kitchener/Waterloo westlich von Ontario und vielleicht, was ich umso besser faende, CURLING spielen gehen! Curling!!!!
Toronto insgesamt ist schraeg, schoen, schraeg. So, nur in groesser habe ich mir New York vorgestellt. Eine Downtown von etwa 8 km Durchmesser, gerade westlich, sehr interessanten Hoods (wie zB das in dem ich mich derzeit befinde und aus dem ich am liebsten nicht mehr weg moechte), sehr viel Posh, Schmutz, China und Glitter. Ich mag es, brauch aber wohl doch mehr Zeit als angenommen um mich hier einzufinden. Dazu meinte Rebecca vorhin dass sie mir einen Job bei ihrem Bioladen (for Ca$h) verschaffen koennte, was mich natuerlich noch mehr reizt. Aber der Bus nach Montreal ist bereits gebucht und dann muss ich mal schauen wie das ganze mit der Eastcoast und den mysterious Maritimes weitergeht. Ich freu mich schon sehr darauf, ins gruene zu kommen aber (wer mich kennt der weiss das) ich verdiene lieber Geld als dass ich es ausgebe. Aber ich bleibe halt auch nur ungern auf der Stelle, gerade jetzt waere das wohl ein Problem da ich ja wohl eine ziemliche Tour vor mir habe. Die Leute hier sind halt so toll!
Selbsterkundung ist dabei die andere Sache. Alljaehrlich bekommen Jule ihre Krise und definiert sich (neu?) ich spuere hier auch schon die ersten Kribbler, nachdem ich die letzten Tage durch die Strassen der City irrte und nicht den leisesten Schimmer hatte WAS ich eigentlich genau wollte bzw. will. Ins gruene, ja, ist schonmal klar. Von mir? Fuer mich? Hier?
Alles hoechstimportante Fragen, die bestimmt mal wieder an einer kleinen Sinnkrise vorbeischreddern werden, ehe ich mich wieder daran erinnere wie toll ich auch eigentlich so bin. Einwuerfe nehme ich gerne an, weniger wie untoll ich bin, eher wie und wo und was und wie lang und zurueck Richtung TO oder weiter Richtung Wilde Weite Welt oder sowieso und ueberhaupt. Ihr werdet Toronto moegen, allesamt. Uebrigens komme ich mir hier mehr vor wie auf einam zentralasiatischen Bahnhof mit der farbenfrohen Mischung und den ganzen Chinesen die breitestes American English reden. Deutsche habe ich natuerlich auch schon getroffen, Hip Hop macht mir bald keine Angst mehr (es gibt auch Maenner/Jungs in Baggies die einem die Tuer aufhalten, ahb ich gehoert) und ueberhaupt, so schoen bunt ist es, dass ich die ganze Zeit staune, mir der Mund in den Kniekehlen haengt und ich vergesse, Fotos zu machen. Heute, genauso wie gestern. Mal schauen.
So, ich wende mich wohl meinem Buch zu, die Stadt ruft morgen wieder nach mir, vielleicht auch mal mit ein paar Fotos. Mehr natuerlich auch unter flickr.com/photos/synthesized, ich liebe euch und vermisse momentan hoechstens konstante Temperaturen ueber Null Grad.
Blingbling
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